Nachdem ich nur mal kurz schauen wollte was es
da so Neues gibt, bin ich am Rande einer mittelschweren Depression. Dummerweise ist da eine klitzekleine Diskrepanz zwischen dem, was mir gefällt und dem, was ich mir leisten kann. Merde.
Avalon71 - 14. Aug, 16:14
Bevor ich wieder geschimpft bekomme das ich nie über dich schreibe....
Von ganzen Herzen alles liebe zum Geburtstag. Das das was du dir wünscht in Erfüllung geht. Hab einen schönen Tag, ich denk an dich
Avalon71 - 13. Aug, 07:05
Die Tage werden mehr, an denen ich mich frage warum die Menschen in diesem Land so sind wie sie sind. Eine ewige Unzufriedenheit mit allem und jenem. Tage an denen ich mich ertappe selbst zu jammern aber mir einbilde mich immer noch genug zu hinterfragen. Mir ist bewusst, das ich einen Job habe, ein Dach über dem Kopf, genug zu Essen, Gesundheit und ab und an auch etwas Luxus. Im Gegensatz zu Millionen anderen Menschen auf dieser Welt. Tagtäglich komme ich von der Arbeit mit Klagen im Kopf über Gott und die Welt. Nie ist es genug, nie reicht irgendetwas. Immer ist diese Unzufriedenheit in den Köpfen da, wird sie geäussert und ich stehe baff erstaunt da, bin teilweise sprachlos und verstehe es einfach nicht. Es zieht sich durch alle Altersschichten, ist unabhängig vom Bildungsniveau und wenn ich es auf Patienten beziehe auch unabhängig von schwere der Erkrankung. Eine Nation der ewig Unzufriedenen, der Meckerer und Egoisten. Für heute wäre dann auch mein persönlicher Beitrag zum Thema Unzufriedenheit geleistet...
Avalon71 - 7. Aug, 22:25
Im Kopf eine imaginäre Liste mit Dingen die ich machen will. Vom Bügeln über Saubermachen bis das Altpapier entsorgen. Immer das Gefühl nie genug zu machen. Immer zu sehen was an Arbeit noch anfällt. Selbst den Druck zu erzeugen, egal wieviel schon geschafft ist. Nie hört es auf, eine der wenigen Sachen die ich wirklich perfekt beherrsche. Selten, das ich sehe was geschafft ist sondern nur das was auf der Liste noch ist. Ich bin müde, kaputt, zwei Wochen Arbeit liegen hinter mir und ich frage mich, wie berufstätige Frauen das schaffen die noch Kinder großziehen. Mir wächst der Alltag so oft über den Kopf, der Anspruch ist höher als das was mein Körper leisten kann.
Avalon71 - 3. Aug, 12:59
Manchmal höre ich ewig nichts von ihm und irgendwann ist er dann wieder da. Vertrautheit die nie vergeht. Er sah gut aus, erholt, entspannt. Wir sind durch Matsch gegangen, haben geredet, geschwiegen. Wir waren uns näher als Freunde das sein sollten. Lippen, die ich kannte, Hände, die ich bereits gespürt hatte. DIe Situation hat mich überfordert, auch wenn ich mir sehnlichst gewünscht habe ihm noch näher zu sein, er alle Türen für mich geöffnet hatte. Im Kopf schrie es Nein. Ich wusste nicht warum, in solchen Momenten schweigt mein Kopf eigentlich immer, ich schiebe alle Konsequenzen beiseite, egal ob ich wochenlang danach leide. Es tat mir leid irgendwann zu gehen, ihn ein letztes Mal zu berühren, seinen Mund zu spüren und doch bin ich geflohen. Erst Stunden später wusste ich was es war. Ich wollte nicht alleine aufwachen, ich wollte Ruhe und Zeit, ich wollte nicht hastig kosten und loslassen.
Avalon71 - 1. Aug, 19:34
Sie liegt da, in ihrem Bett, den Teddy immer fest an ihre Brust gedrückt und strahlt dich an. Sie ist 77 Jahre alt und lebt in ihrer ganz eigenen Welt. Von Geburt an ein besonderer Mensch. In ihrer Welt gibt es kein Gut oder Böse, sie unterscheidet nicht und die Gedanken die Andere haben sind ihr fremd. Ich glaube, das sie glücklicher ist und viele Sorgen ihr fern sind. Als ich sie heute Morgen vom Gipsraum abgeholt habe freute sie sich, winkte beim Fahren einer anderen Patientin zu als ihr Bett an ihr vorbei fuhr. Die Patientin winkte zurück, schaute auf ihren Teddy, erst etwas irritiert, und als sie meinen Blick traf, dann entspannter.Das selbe wiederholte sich auf dem Stationsflur, Besucher mit Taschen bepackt gingen vorbei und sie winkte ihnen freudenstrahlend zu. Kleine Dinge die ihr wichtig sind, das Foto mit ihrer Schwester auf dem Nachttisch. Sie erzählt Geschichten zu diesem Foto, redet von sich in der dritten Person. Es fasziniert mich immer wieder, besondere Menschen, die ihr eigenes kleines Glück haben, das Aussenstehende nicht begreifen, nicht erahnen. Eine Liebenswürdigkeit an dem sich so unendlich viele ein Beispiel nehmen könnten.
Avalon71 - 28. Jul, 15:40