Seit Wochen habe ich mich schlecht gefühlt, ohne das etwas Besonderes passiert ist. Ich hatte kein Gefühl für irgendwas, habe nur gemerkt das ich mich zurückziehe, das irgendwas ganz gewaltig schief läuft. Ohne den Hauch einer Ahnung was eigentlich los ist.. Zwischendurch immer mal wieder Tage wo es besser war und dann die Hoffnung das diese Phase vorbei ist. Natürlich hat das nicht funktioniert. Man muss sehen und begreifen, die Wurzeln finden. Gestern war ein Tag wo meine Gefühle eskaliert sind, wo Dinge hochgekommen sind die ich nicht sehen wollte, sie an der Oberfläche schwammen. Ich mir Gefühle eingestanden habe, die ich nicht haben wollte, die an mir genagt haben und diese Traurigkeit hervorgerufen haben. Sich Sachen einzugestehen ist nicht einfach, sich einzugestehen das man etwas in sich trägt was man nicht haben will, allzu menschliches, aber die unschönen Seiten seiner Selbst. Gestern Abend beim ins Bett gehen habe ich mir gewünscht, das dieses Tief jetzt ein Ende hat, ich genug begriffen habe um es zu verändern. Ich mich nicht mehr so verschliesse und Dínge akzeptieren die sowieso nicht in meiner Hand liegen.
Avalon71 - 15. Mai, 10:23
heute Morgen beim pflanzen war es noch ganz still
ich wünsch mir, das die Clematis sich wohl fühlt und sich ausbreitet
und das alles weiter wächst und gedeiht
Avalon71 - 13. Mai, 09:26
Ich war unterwegs, einkaufen, dies und das erledigen. Morgens um elf dann stand ich im Stau, nichts ging mehr. Eine Kundgebung der Metaller die für 6 Prozent mehr Lohn kämpften. Mein Blick nach rechts genau auf die Tafel dieser Stadt, davor vorwiegend alte Menschen die auf die Öffnung warteten. Eine Frau die sich die Nase an der Scheibe platt drückte. Bei mir im Auto ein Einkauf von fast 70 Euro. Eine völlig schizophrene Situation, irgendwo vor mir die deutschen Autobauer, die ihren Hals nicht voll genug bekommen. Ein Auto ist in diesem Land mehr wert als fast alles, traurig aber wahr. Nah bei mir Menschen die nicht wissen wie sie satt werden können und auf Hilfe angwiesen sind. Und auf dem Nebensitz soviel nur für mich allein. Wo ich immer noch genug wegschmeisse, mit schlechtem Gewissen und dem Wissen das, auch wenn ich jammere, zu den Priveligierten in diesem Land gehöre.
Wie lange wird es in diesem Land noch dauern bis die Schere komplett auseinenader gedrifftet ist? Wie lange wird es noch dauern, das die Menschen begreifen das alles aus dem Ruder läuft und das Wort Gerechtigkeit nur noch ein Wort von vielen ist?
Avalon71 - 9. Mai, 17:44
morgens im Regen gelaufen, keine Ahnung warum das Frau Avalon so schick findet aber es gefällt ihr sehr
mit Mama Avalon im Krankenhaus gewesen, zur Sprechstunde und zum Röntgen. Dankbar dafür eine Vorzugsbehandlung zu bekommen sonst hätten wir Stunden gesessen. Mama Avalon erzählt dem leitenden OA das sie Nachts davon träumt ohne Gehstützen zu laufen. Er zwinkert ihr aus seinen strahlend blauen Augen zu und sagt " dann wird es Zeit das sie das tun, schmeissen sie die Gehstützen weg ;-) " Nach drei Monaten, wo sie es diszipliniert durchgehalten hat ohne Belastung ihres linken Beines zu laufen ist endlich der Tag gekommen wo sie wieder darf. Sie hat das wirklich gut gemacht, jeder der mal mit Gehstützen gelaufen ist wird wissen wie schwierig das ist und Mama Avalon ist nicht mehr die Jüngste. Ich bin dankbar dafür, das doch noch alles gut geworden ist, jeder so nett zu ihr war und sie das durchgehalten hat ohne aufzugeben.
Frau Avalon ihre kleine Schwester hat sich sehr sehr sehr über ihr Geburtstagsgeschenk gefreut. Sie war heiss auf das Mascara, das Frau A. benutzt und ein Vermögen kostet.
Geburtstagskaffee
Mit dem Geburtstagskind in ihrem Garten bei strömenden Regen rumgetanzt und Grünzeug gesucht das balkontauglich ist.
Diverse Tontöpfe aus den tiefen der Scheune herausgeschleppt um sie mit in die weite Stadt zu nehmen.
Eine Schale Erdbeeren geschenkt bekommen
Bei der Tante eine Hose abstecken lassen zum Kürzen, die Dackelbeine sind immer viel zu kurz, das eine Hose auch mal so passen würde.
Auf dem Weg nach Hause an einer Baustelle vorbei gefahren, die Frau A. unendlich wütend macht. Auch eins der reichsten Bundesländer dieser Republik hat Armenhäuser, aus dieser Gegend stamme ich. Wunderschöne Landschaft, mit der Schindluder getrieben wird. Eine riesige Müllverbrennungsanlage entsteht mit dem Argument das Arbeitsplätze geschaffen werden. Wieviel werden das sein? 5? 10? Der Preis dafür, noch schlechtere Luft als bereits vorhanden Aufgrund der geografischen Lage, den Senken und den Unmengen an LKWs die die Autobahn umgehen weil sie auf der Landstrasse schneller sind.
Avalon71 - 7. Mai, 18:59
das erste Mal, das ich in direkt aussäe. Sonst habe ich immer auf der Fensterbank vorgezogen. Gespannt bin, ob das was wird...
ein blonder Schopf, der mich von einem anderen Balkon beobachtet und sich sicher fragt, warum diese Frau mit der Digicam auf dem Balkon steht und Bilder macht
so richtig erklären könnte ich es auch nicht...
Avalon71 - 6. Mai, 17:17
Die Müdigkeit kriecht aus jeder Pore. Das dumpfe Gefühl im Kopf, wie in Watte gepackt. Der Wunsch so groß ins Bett zu gehen, zwei Tage liegenzubleiben, den Wecker morgens einfach wieder ausstellen, nicht zu müssen, nicht der ewige Kampf mit der eigenen Müdigkeit.
Avalon71 - 5. Mai, 16:29
Ich mag es nachts vor dem schlafen gehen mich nochmal auf den Balkon zu setzen. Wenn es nicht zu kalt ist und alles still. Es gab eine Zeit wo ich sehr oft nachts dort saß. Die Angst vor einem wiederkehrenden Traum liess mich manchmal Stunden den Nachthimmel anschauen.
Ein einsames grosses Haus, darüber kreiste ein Hubschrauber, grelle Suchscheinwerfer, ich versteckte mich dort in dem Haus, lief von einem Zimmer zum nächsten, war voller Angst das die Scheinwerfer mich erfassen. Stunden lief ich durch dieses Haus, voller Panik, nass geschwitzt, bis ich irgendwann aufgewacht bin, mit klopfendem Herzen und unendlicher Angst. Bis dahin kannte ich sowas nicht, selten erinnere ich mich an meine Träume und nie wiederholt sich einer. Ich habe ein wenig gebraucht um zu verstehen was dieser Traum sollte, warum er immer wieder präsent war. Frau Avalon hatte sich in eine Situation hinein begeben an der sie selbst Schuld war.
Ein Gespinst aus Lügen und Betrug das ich gesponnen hatte, ohne böse Absicht, ohne verletzten zu wollen, aber genau das ist passiert. Es begann mit Selbstschutz, Angst und Naivität und wurde bitterer Ernst. Es kam der Tag der Wahrheit, ich wusste das ich ihn verlieren würde, wir haben viel geredet, wir haben Tränen vergossen und er ist nicht gegangen. Die Hoffnung war da alles wieder flicken zu können. Natürlich ging das nicht, ein paar Wochen später mussten wir uns das eingestehen, das Vertrauen war weg und es gab keinen Weg es zurückzuholen. Monate der Trauer, Monate der Selbstvorwürfe, Monate des Rückzugs.
Im Abstand der Jahre weiss ich heute, das ich nicht anders konnte, egal wie mies ich mich benommen habe. Es ist keine Entschuldigung, es ist eine Erfahrung die ich wohl machen musste, die mir genauso weh getan hat wie ich verletzt habe. Ich möchte die Zeit nicht zurückdrehen, ich möchte nicht eine neue Chance. Es war wichtig für mich daraus zu lernen, Fehler nicht zu wiederholen und zu begreifen das ich über meine Gefühle sprechen muss, ehrlich, egal wie groß die Angst ist.
Avalon71 - 3. Mai, 13:10
Manchmal tue ich DInge aus verletzten Gefühlen heraus. Aus Gedanken, die sich im Kreis drehen. Wo die Summe meiner Überlegungen keine andere Lösung findet. Wo Fragen im Raum stehen, die ich mir selbst beantworte, weil niemand da ist, der es für mich macht. Ich verletzte andere, mich selbst und bin ratloser als zuvor.
Avalon71 - 30. Apr, 10:15